Alexander Rodtschenko

Alexander Michailowisch Rodtschenko (*23. November 1891 in St. Petersburg, † 3. Dezember 1956 in Moskau) machte 1910-1914 eine Ausbildung an der Kunstschule von Kasan, wo er auch seine zukünftige Frau Warwara Stepanowa kennenlernte. Nach dem Studienabschluss ließ er sich in Moskau nieder, wo er das Stroganow-Institut für Kunst und Technik besuchte. Seine erste Teilnahme bei einer großen Ausstellung war die bei "Magasin" in Moskau 1916, die Tatlin organisiert hatte. Die Beschäftigung mit dem Suprematismus von Malewitsch und Rosanowa, Tatlins Reliefs und Kandinskys Theorien spielte eine entscheidende Rolle für seine künstlerische Entwicklung. 1918 wurde im Klub der Linken Föderation in Moskau eine Einzelausstellung von Rodtschenko gezeigt. Von 1915 an schuf er Serien von Gemälden und Zeichnungen, in denen seine Theorie des Lineismus zum Ausdruck kam, die er 1920-1921 in dreidimensionalen Klapp- und Hängekonstruktionen realisierte. Von 1918 an arbeitete er in verschiedenen Abteilungen des Sektors für Bildende Kunst des Volkskommissariats für Bildungswesen (ISO NARKOMPROS) und entwickelte lebhafte Aktivitäten in der Organisation des Kunstlebens in Moskau. 1919-1920 war er Mitglied der Künstlergruppe SCHIWSKULPTARCH und nahm an zwei von der Gruppe 1920 in Moskau organisierten Ausstellungen teil, ebenso wie 1919 an der Zehnten Staatsausstellung "Ungegenständliche Kunst und Suprematismus", in der er als erster räumliche Konstruktionen zeigte, und 1920 an der "Ausstellung der Vier" in Moskau. Im selben Jahr wirkte er als Gründungsmitglied des Instituts für künstlerische Bildung (INChUK) und entwarf mit Kandinsky und anderen Künstlern die Idee eines Netzes von Kunstmuseen im ganzen Land. Er wurde Professor an den Höheren Künstlerisch-Technischen Werkstätten (VChUTEMAS) und dem Höheren Künstlerisch-Technischen Institut (VChUTEIN), wo er von1920-1930 lehrte. Er gehörte zu den Produktivisten, nahm 1920 und 1921 an der zweiten und dritten Ausstellung der "Gesellschaft Neuer Künstler" teil, 1921 an der Ausstellung "5 x 5 = 25" in Moskau und 1922 an der "Ersten Russischen Kunstausstellung" in der Galerie Van Diemen in Berlin. Während der zwanziger Jahre arbeitete er auf dem Gebiet der Werbung mit Wladimir Majakowski zusammen und entwickelte eine enge Bindung an die Zeitschriften LEF (Linke Front der Kunst) und Novij LEF. 1925 erarbeitete er einen Entwurf für einen Arbeiterklub, dessen Modell er im Sowjetischen Pavillon der "Exposition internationale des Arts décoratifs et industriels modernes" in Paris zeigte. Ende der zwanziger Jahre befasste er sich hauptsächlich mit Fotografie, Bühnenausstattung, Typographie und Grafik. Während der dreißiger Jahre fertigte er viele Zeichnungen für die Zeitschrift "UdSSR im Aufbau" an und begann zu malen. Zu Beginn der vierziger Jahre malte er Bilder im abstrakten Stil.

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